Interview mit Sebastian Schulz von META MANIACS

Sebastian, aus welcher Situation heraus hast du dein Unternehmen gegründet?

Ich war als Geschäftsführer bei einer Kommunikationsagentur in Essen angestellt, in der auch Laura Teigelack arbeitete, meine jetzige Geschäftspartnerin. Nach fünf Jahren in dieser Position suchte ich eine neue Herausforderung, einen frischen Impuls. Mit Laura hatte ich bereits in vielen großen Projekten gemeinsam sehr eng und gut zusammengearbeitet, unsere Kompetenzen ergänzten sich perfekt. Also beschlossen wir 2019, den Schritt in die Selbständigkeit gemeinsam zu gehen.

Habt ihr den Start eurer Unternehmung direkt mit weiteren Partnern oder Mitarbeitern hingelegt?

Nein, wir sind momentan noch zu zweit und schreiben uns – auch wenn wir tatsächlich gerade über weitere Unterstützung nachdenken – vor allem das Kollaborative auf die Fahnen. Es ist einfach vorteilhaft, mit den jeweiligen Experten verschiedenster Bereiche in unterschiedlichen Konstellationen zusammenzuarbeiten. Wir konnten schon häufig feststellen, dass die in unserem Netzwerk entstehenden Arbeitsergebnisse auf diese Weise viel besser sind. Dazu braucht es natürlich auch eines bestimmten, eigenen Mindsets: Es ist eine Mentalitätsfrage, bei der ich neue Denkweisen zulasse und sie mit meinen eigenen verbinde.

Mit welchen Angeboten geht ihr in den Markt?

Als Agentur für Marken-Kommunikation und Content spielt die Strategieberatung bei uns eine erhebliche Rolle. Dabei geht es zunächst darum, die Marke, den Markt und den Kunden zu verstehen und die Kommunikation komplett danach auszurichten. So unterstützen wir Unternehmen dabei, immer im Blick zu haben, für wen sie eigentlich da sind und warum sie das tun, was sie tun. Kommunikation wird dadurch sehr viel zielgerichteter. So kommt es durchaus vor, dass wir wegen eines neuen Logos angefragt werden und sich im Austausch dann herausstellt, dass etwas anderes viel wichtiger ist. Neben der Strategie ist die Konzeption eine weitere Säule unserer Arbeit. Ganz gleich, ob Bewegtbild, Website oder viele anderen Maßnahmen: Wir konzipieren stets gemeinsam mit denen, die es als Spezialisten letztendlich umsetzen – und zwar als diejenigen, die die Strategie verstanden und verinnerlicht haben, während sie gleichzeitig die Expertise der ausführenden Experten berücksichtigen. Unsere dritte Säule ist die Erstellung des Contents.

Auch wenn wir in Projekten im Kollektiv arbeiten, so bleiben wir meist selbst in der Verantwortung und damit stets der Ansprechpartner für den Kunden, um die Abwicklung zu steuern und dem Qualitätsanspruch gerecht zu werden. Wichtig ist uns hierbei das Prinzip „Buddy-to-business“, unsere ganz eigene Art des B2B. Denn wenn wir für unsere Kunden arbeiten, sind wir so nah dran, als wären wir selbst Teil des Teams.

Nenn uns doch mal eins deiner bisher erfolgreichsten oder auch spannendsten Projekte und beschreib bitte den Mehrwert, den der Kunde dadurch erfahren hat.

Kommen wir noch einmal zur Geschichte mit dem Logo zurück: Da ging es um ein Unternehmen, selbst noch recht frisch am Markt, das uns um ein neues Logo bat und auch einen neuen Namen entwickelt haben wollte. Da war es in der Beratung an uns, zunächst einmal herauszufinden, was denn dahinter steckt, welche exakten Gründe zu diesem Wunsch führten. Wir haben dann gemeinsam in Workshops die Kommunikationsziele erarbeitet und mit einer ganzen Reihe an Maßnahmen dafür gesorgt, dass diese Ziele übererfüllt wurden. Dazu gehörten auch das Analysieren von Zielgruppen und die Entwicklung von sogenannten Personas, die aufzeigen, wer zur Zielgruppe zählt und wo und über welche Kanäle ich diese Personen erreiche. In der Folge haben wir auch eine neue Website erstellt und spezielle Botschaften für die relevanten Zielgruppen entwickelt, auch ein Blog gehört inzwischen dazu. So agiert das Unternehmen heute sehr erfolgreich – aber weiter unter alter Flagge, also mit dem alten Namen und dem alten Logo. Eine Änderung wäre damals der falsche Weg gewesen. Wir betreuen das Unternehmen nach wie vor und wer weiß, vielleicht ändert sich irgendwann auch mal das Logo – wenn es denn sinnvoll ist.

Welche Chancen bietet die Digitalisierung den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aus deiner Sicht?

Ich sehe die Digitalisierung für KMU eher als zwingende Voraussetzung für eine zukünftige Marktteilnahme, denn als Chance. Deshalb sollte sich meiner Ansicht nach jeder damit beschäftigen. Einige kleine Unternehmen sind auch schon digital unterwegs, obwohl sie es sich gar nicht auf die Fahne schreiben würden. Auch aus Agentursicht wird sich noch einiges verändern. Schauen wir uns zum Beispiel das Customer Relationship Management an: Wenn Unternehmen Ihre Daten kontinuierlich pflegen, vereinfacht sich auch die gesamtstrategische Sicht auf die externe Kommunikation. Es würde weniger verlorengehen und gleichzeitig wird die Vernetzung immer besser – das wäre dann wiederum eine echte Chance.