Interview mit Roland Orlik, Dipl.-Designer und geschäftsführender Gesellschafter von i1BOX

„Mit der i1Box bieten wir die universelle Plattform für moderne Office-Anwendungen und Private-Cloud-Applikationen – ganz bequem als Plug & Work im eigenen Unternehmen.“

Roland, aus welcher Situation heraus hast du i1box gegründet?

Das begann noch Ende des vergangenen Jahrtausends: DSL versprach tolle Geschwindigkeiten, Vieles war im Aufbruch. Da wechselte ich nach dem Design-Studium einfach in die IT und stürzte mich auf das Internet. Denn dort versprach es, spannend zu werden. Zunächst gründete ich unter dem Namen Base-T ein Software-Unternehmen und brachte verschiedene Eigenentwicklungen auf den Markt. Die i1box GmbH ist als Ausgründung der letzte Spross einer langen Entwicklung. Damit vermarkten wir seit 2015 bestimmte Produkte unter einem neuen, gemeinsamen Markennamen.

Bist du allein unterwegs oder hast du den Start der Firma direkt mit weiteren Partnern oder Mitarbeitern hingelegt?

Ich bin alleiniger Geschäftsführer und Inhaber und beschäftige fünf Mitarbeiter, die auch unternehmensübergreifend arbeiten. Für i1Box, das ja noch ein Start-up ist, haben wir in den letzten Monaten erfolgreiche Investorengespräche geführt, die wir in Kürze zu einem Abschluss bringen werden. Dann gilt es, weitere Mitarbeiter ein- und das Marketing aufzustellen.

Mit welchen Angeboten geht i1Box denn in den Markt?

Tatsächlich hat die i1Box so viele verschiedene Anwendungszwecke, dass wir den Rahmen des Interviews hier sprengen würden. Lass uns deshalb das Thema „Digitalisierung“ in den Blick nehmen, denn das ist ein sehr wichtiges Anwendungsfeld. Letztlich bedarf es im Rahmen der Digitalisierung nämlich häufig einer neuen Servertechnik für den klassischen Firmenserver, der kaum geeignet ist für Applikationen, die Cloud-kompatibel sind oder die Cloud zwingend voraussetzen. Das gilt beispielsweise schon für viele Kollaborationstools oder der aktuell angesagten Virtualisierungstechnik Docker. Mit dieser Container-Technik können ohne großen Aufwand Applikationen installiert werden; es stehen hunderte fertige Docker-Container zu unterschiedlichsten Anwendungen zur Verfügung. Mit der i1Box bieten wir die Plattform, die insbesondere solche Applikationen verwalten kann. Die Virtualisierung über Container sorgt dafür, dass die verschiedenen Applikationen technisch getrennt sind und trotzdem die Ressourcen des Servers effektiv nutzen können. Unsere Idee dahinter ist auch, dass Firmen nicht mehr bei großen Playern wie Amazon oder Google Serverdienstleistungen in Anspruch nehmen müssen, deren DSGVO-Konformität ohnehin mehr als fragwürdig ist. Das lässt sich nun auch firmenintern, autark, einfach und kostengünstig lösen. Dazu schneiden wir die Konfiguration der i1Box individuell auf jeden Kunden und seine Anwendungszwecke zu. Dieser Service dient auch dazu, dass unsere Kunden – genau wie bei den ganz Großen – davon ausgehen dürfen, dass alles von vorneherein sauber funktioniert und sie sich um nichts kümmern müssen: Zuverlässigkeit, Sicherheit und natürlich auch der Support, so er denn benötigt wird, stehen ganz oben.

Nenn uns doch mal eins deiner bisher erfolgreichsten oder auch spannendsten Projekte und beschreib bitte den Mehrwert, den der Kunde dadurch erfahren hat.

Nehmen wir einfach ein aktuelles Beispiel: Bei einem Foto- und Videostudio mit enormen Datenaufkommen ging es zunächst nur darum, die Funktionstüchtigkeit eines alten Mailservers wieder herzustellen. Es war aber schnell offensichtlich, dass die gesamte IT-Infrastruktur stark veraltet war und zudem sehr konservativ gearbeitet wurde. Deshalb habe ich dort mal die heutigen Möglichkeiten vorgestellt – nicht nur hinsichtlich der Hardware, sondern ganz besonders auch in Bezug auf eine moderne Software-Nutzung und gruppenbasiertes Arbeiten mit gemeinsam nutzbaren Kontakten, Terminen, Dokumenten oder anderen Daten. Wir haben dann zusammen mit dem Kunden geschaut, wie wir in einem Rutsch etwas durchführen können, wovon Unternehmen und Mitarbeiter direkt etwas haben. Dieser erste Lösungsschritt wird auf einem funktionierendem Mailserver basieren, einem dem hohen Datenvolumen entsprechenden weiter ausbaufähigem Fileserver, einem gemeinsam nutzbaren Kollaborationstool und einer CRM-Lösung, die – von uns selbst entwickelt – exakt auf die Ansprüche kleinerer Dienstleister ausgelegt ist. Der zweite Schritt wird der Integration eines Projektmanagementtools dienen, das für hohe Transparenz sorgt und auch für Kunden des Studios nutzbar ist. Das muss immer genau passen, deshalb verstehen wir es auch als unsere Aufgabe, immer einen aktuellen und unabhängigen Überblick über den Markt zu haben und Produkte intensiv selbst zu testen, um das Richtige empfehlen zu können.

Welche Chancen bietet die Digitalisierung den kleinen und mittleren Unternehmen aus deiner Sicht?

Vieles von dem, was heute mit recht geringem Aufwand möglich ist, versetzt manches Unternehmen überhaupt erst einmal in die Lage, wirklich gut organisiert sehr produktiv arbeiten zu können – und so gleichzeitig Zeit und Geld einzusparen. Zudem sorgt Transparenz in digitalisierten Projekten nicht nur dafür, dass Aufgaben nicht mehr verloren gehen, sondern auch die Kundenzufriedenheit und –bindung gesteigert werden kann.