Interview mit Dirk Pessarra, Geschäftsführer der neomatt GmbH

„Letztlich verändern sich durch die Digitalisierung auch die Gewohnheiten.“

Dirk, aus welcher Situation heraus hast du die neomatt GmbH gegründet?

Ich war damals in einem großen Unternehmen als Architekt für die gesamte Anwendung zuständig und habe dann gemerkt, dass ein enormer Umbruch stattfinden wird, was die Nutzung der mobilen Geräte angeht. Die Idee war, Anwendungen zu entwickeln, die sich plattformunabhängig nutzen lassen – also sowohl auf mobilen Geräten als auch im Internet. Das ist auch heute noch einer unserer Geschäftsbereiche.

Bist du zunächst allein unterwegs gewesen oder hast du den Start deiner Firma direkt mit Partnern oder Mitarbeitern hingelegt?

Ich habe zusammen mit Freunden gegründet, die beratend im SAP-Bereich tätig waren. Und für diesen Bereich haben wir auch das erste Produkt entwickelt.

Mit welchen Angeboten geht neomatt denn heute in den Markt?

Zum einen ist es natürlich die kundenorientierte Entwicklung von Web-Anwendungen und Apps, die sich mobil nutzen lassen. Zum anderen sind es aber auch mittlerweile daraus entstandene Standard-Lösungen, wie E-Learning-Angebote und Apps, mit denen Kunden sich selbst im Internet besser präsentieren können.

Nenn uns doch mal zwei deiner bisher erfolgreichsten oder auch spannendsten Projekte und beschreibe bitte den Mehrwert, den der Kunde dadurch erfahren hat.

Da ist ganz klar die E-Learning-Plattform zu nennen, die wir zusammen mit einem Partner entwickelt haben und die dieser einsetzt, um sein eigenes Geschäft für die mobile Nutzung fit zu machen. Mit dieser App strukturieren Lehrer und Schüler auf Basis des „Bring your own device“-Ansatzes den Schulalltag besser und können gleichzeitig die Lerninhalte optimaler präsentieren. Das kommt sehr gut an und wird bereits von vielen Schulen genutzt.

Als zweites spannendes Projekt gilt sicher die Zusammenarbeit mit der Firma TimoCom, einem großen Logistik-Anbieter. Die für deren Kunden – zumeist ebenfalls Logistik-Unternehmen – erstellte App ermöglicht es den Fahrern, unterwegs nach Fracht- und Laderaumangeboten zu suchen.

Generell gilt für alle unsere Projekte – und das ist schließlich ebenfalls so etwas wie ein Mehrwert –, dass wir auch als jüngeres Unternehmen nicht nur auf unsere fachlichen Kompetenzen bauen, sondern im Interesse einer langfristigen Kundenbeziehung sehr großen Wert auf Verlässlichkeit in der Abwicklung und die Kundenzufriedenheit legen.

Ihr verfolgt auch noch ein anderes Projekt, Stichwort „Spotterbee“ und „Inhouse-Navigation“. Was hat es damit auf sich?

Das ist eines unserer neuesten Produkte, die wir anbieten. Spotterbees sind kleine, handliche Bluetooth-Geräte. Damit und unter Nutzung unserer App zeigen wir Nutzern den Weg zu den Zielen, die sie finden wollen. Die SpotterBee-Lösung ermöglicht unter anderem durch die Nutzung kleiner Bluetooth-Sender die Ortung und Navigation in Gebäuden. Der Anwender wird damit zu seinen Zielen geführt. Anwendungsmöglichkeiten gibt es viele, zum Beispiel die Produktsuche im Einkaufszentrum. Ebenso bietet sich auch der Einsatz im Krankenhaus an: Wege von Patienten, Zulieferern oder Ärzten können erfasst und zur Optimierung von Abläufen genutzt werden, was allen nicht nur im Notfall nutzt. Das Navigationssystem haben wir mit Elementen der E-Learning-Plattform zum Produkt 9quests verbunden und können damit z. B. in Museen, Städten und Einkaufszentren Touren, Führungen und elektronische Schnitzeljagden anbieten, bis hin zu einer innovativen Nutzung mit 360° Fullsphere-Panoramaansichten, die alle begeistern.

Warum sollten KMU die Digitalisierung zukünftig stärker vorantreiben?

Ganz einfach: Die Welt bleibt nicht stehen. Also muss jeder mithalten können und sich anpassen. Denn die Veränderung wird auch von den Kunden wahrgenommen und letztlich verändern sich durch die Digitalisierung auch die Gewohnheiten. Nehmen wir noch einmal das Beispiel der Navigation in Einkaufszentren: Wenn ich heute auf einer Website unterwegs bin, bekomme ich sehr schnell auch Dinge angezeigt, die zu dem passen, was ich gesucht habe. Diese Erwartungshaltung gibt es inzwischen auch vor Ort, also im realen Shop. Mit der entsprechenden App ist das möglich und wenn ich dann noch den Weg zu dem passenden Produkt angezeigt bekomme, habe ich als Shop-Betreiber alles richtig gemacht.

Dirk, ganz herzlichen Dank für das Gespräch – und den Kaffee.

2018-04-10T10:31:45+00:00