Interview mit Gerhard Schröder, Geschäftsführer von Kreative KommunikationsKonzepte

„Mit einem gut gemachten Video kann auch ein eher mittelmäßiger Verkäufer gut verkaufen!“

Gerhard, aus welcher Situation heraus hast du Kreative KommunikationsKonzepte gegründet?

Zwar habe ich mehrere Berufsausbildungen gemacht, dennoch arbeite ich heute in einem ganz anderen Bereich. Das liegt wohl daran, dass ich schon mit elf Jahren begann, zu programmieren, bereits mit 16 meine erste eigene Firma gründete und auch während meiner Bundeswehrzeit mit an einer Kontrollsoftware arbeiten konnte. Danach heuerte ich während des Handybooms Mitte der Neunziger bei einem Ingenieurbüro für Nachrichtentechnik an, das als Mobilfunk-Zubehörspezialist während meiner Zeit im Betrieb von gut 70 auf 1.400 Beschäftigte wuchs. Dort stellte ich zunächst IT und Logistik des Einkaufs um und wechselte dann als Key Account Manager in den internationalen Vertrieb. Meine nächste Station war eine von der Neuen Westfälischen ausgegründete Internet-Agentur, in der ich Websiteprojekte für Großkunden managte. Danach ging es zur WAZ-Mediengruppe, um den Online-Verkauf aufzubauen, zum Handelsblatt, wo ich den Verkauf für StudiVZ leitete, gefolgt von LinkedIn Deutschland, um dort den Vertrieb voranzubringen. 2010 habe ich mich dann erneut selbstständig gemacht und Kreative KommunikationsKonzepte gegründet. Mir ging es immer darum, dort zu arbeiten, wo sich ein Wachstumsmarkt auftat und die Dinge dann konsequent anzuschieben. Im Zusammenhang mit Videos bemerkte ich, dass selbst ein mittelmäßiger Verkäufer mit einem guten Video gut verkaufen kann. Ich hatte gute Kontakte zu Entscheidern in der Industrie, ließ für die ein Video produzieren, stellte ihnen dazu ein Konzept vor – und verkaufte es samt Umsetzung sofort. So wurde mein erstes Projekt für Investitionsgüter gleich ein internationaler und umsatzstarker Erfolg.

Bist du allein unterwegs oder hast du den Start der Firma direkt mit weiteren Partnern oder Mitarbeitern hingelegt?

Ich habe mich 2010 allein selbstständig gemacht und ein Jahr später dann die GmbH mit zwei Gesellschaftern als stillen Teilhabern gegründet.

Mit welchen Angeboten geht Kreative KommunikationsKonzepte denn in den Markt?

Wir gehen mit zwei Produkten in den Markt: Produkt Nummer 1 ist das Video-Marketing mit der Ausrichtung Social-Media-Videos. Das wickeln wir sehr häufig über Rahmenverträge ab, da die Bereitstellung von Informationen auf Facebook, Twitter, Instagram oder LinkedIn nach regelmäßigem Input verlangt. Häufig ist es so, dass unsere Kunden uns den Kommunikationsanlass und die Zielgruppe nennen und uns dann freie Hand gewähren.

Produkt Nummer 2 stellen unsere 360°-Videos plus AR und VR, also Augmented Reality und Virtual Reality, dar. Auch hier produzieren wir die Videos in Varianten für verschiedene Plattformen und Kommunikationsanlässe. So lassen sich auch virtuelle Showrooms erstellen, die klar verkaufsfördernden Charakter haben – und deren disruptives Potenzial in Zukunft die Messebranche verändern wird. Einer unserer Kunden baute jüngst für einen Aussteller einen Messestand mit 64 mal 64 Meter Kantenlänge – fünf Wochen Aufbau- und drei Wochen Abbauzeit für eine Woche Messe, das verschlingt sehr viel Geld. Für unseren Kunden Evonik haben wir, quasi als Gegenentwurf, einen virtuellen Showroom entwickelt. Der Messestand war nur noch vier mal vier Meter groß – und trotzdem konnte alles gezeigt werden.
Momentan arbeiten wir zudem an begehbaren Fotos. Dazu fertigen wir 3D-Modelle von Räumen und Objekten an, so dass Betrachter um die Objekte herumgehen können. Das ist für Anlagenbauer genauso spannend wie für den Einzelhandel. In Verbindung mit einer von Facebook kürzlich freigeschalteten Anwendung für 3D-Objekte erreiche ich so potenziell ein Millionenpublikum für meine Produkte!

Nenn uns doch mal ein oder zwei deiner bisher erfolgreichsten oder auch spannendsten Projekte und beschreib bitte den Mehrwert, den der Kunde dadurch erfahren hat.

Wir haben gerade für die K+S AG ein 360°-Video in drei verschiedenen Längenfassungen und mit vier unterschiedlichen Abspannvarianten erstellt. Wichtig ist immer die Frage: Wo soll es eingesetzt werden? Hier ging es, neben YouTube und Facebook zum Beispiel auch um Lobby-Veranstaltungen in Berlin.
Prinzipiell arbeiten wir sehr viel für die Industrie, aber dabei generieren wir – manchmal nebenbei – auch Dinge, die für KMU interessant sein können. Ein Beispiel: Für die IHK Krefeld, die ihre neuen Schulungsräume vorstellen wollte, haben wir eine Reihe von 360°-Fotos erstellt, interaktive Rundgänge programmiert, daraus ein Video produziert und das Ganze auch auf Google hochgeladen, damit ein jeder sich ein Bild machen kann.

Für unseren Kunden LaserZone, der bundesweit Laser-Tag-Arenen unterhält, sind wir sehr stark im Video-Marketing aktiv und arbeiten dabei ebenfalls sehr zielgruppenspezifisch. Nehmen wir das Beispiel Kindergeburtstag: Dafür haben wir einerseits ein Video produziert, das über Facebook an diejenigen Kinder ausgeliefert wird, die innerhalb der nächsten vier Wochen Geburtstag haben. Hier geht es klar um die Action und den Spaß. Ein zweiter Video-Spot mit gänzlich anderem Inhalt richtet sich hingegen an die Mütter. Die Botschaft ist eine ganz andere: Deine Kinder und deren Freunde sind bei uns in guten Händen. Hier können sie sich bei Spiel und Spaß austoben und Abenteuer erleben. Der Stress, den ein Kindergeburtstag in den eigenen vier Wänden durchaus auslösen kann, fällt dadurch komplett weg.

Nicht immer müssen die Inhalte für so etwas neu erstellt werden. Vielmehr haben wir ein Baukastensystem entwickelt und greifen dort hinein, um Bestandsmaterial mit Neuem zu verbinden. Neben der Produktion kümmern wir uns ebenso um die Zielgruppendefinition und die Schaltung der Spots in den jeweiligen Medien.

Welche Chancen bieten die Digitalisierung den KMU aus deiner Sicht?

Betrachten wir exemplarisch mal den Handel, der durch die Digitalisierung inzwischen sehr gut auch ohne Zwischenhändler funktioniert. Dann stellen sich doch folgende Fragen: Wie kann ich mich als Händler auf die neue Situation einstellen und Services anbieten, die die Großen nicht oder nicht mehr anbieten, welche Lücke kann ich füllen? Hier bieten sich durchaus gute Chancen, wenn ich es dann auch noch gut kommuniziere. Denn es nutzt nichts, sich über Amazon, Ebay & Co. aufzuregen. Sinnvoller wäre es doch, mit eigenen Angeboten bei den Großen mit von den Steigerungen im Online-Handel zu profitieren und zusätzlich den gänzlich eigenen Shop zu betreiben — aber eben mit speziellen Services.

Vielen Dank, Gerhard, für die Einblicke in spezielle Videoproduktionen, die ganz neue Marketingansätze ermöglichen.

2018-06-22T16:27:55+00:00